Kommentar – Microsoft reduziert OneDrive Speicher

Vor fast genau einem Jahr sorgte Microsoft mit der Ankündigung, den Speicherplatz für Office 365 Abonnenten in ihrer Cloud OneDrive ohne Limitierung freizugeben, für großes positives Staunen in der Netzgemeinde. Nun, gerade mal 12 Monate später, macht Microsoft den ganz großen Rückzieher und stellt das großzügige Angebot wieder ein. Den unlimitierten Speicher konnte man bspw. bei Amazon für umgerechnet nicht mal 6 € im Monat erstehen. Als Goodie gab es quasi noch ein Jahr Office 365 inkl. Lizenzen für bis zu 5 PCs/Tablets dazu. Gab man eine der Lizenzen an ein Familienmitglied weiter, erhielt auch dieser unlimitierten Speicher. Ein wirklich klasse Angebot. Es passte perfekt zu dem neuen innovativen Image Microsofts.

Und nun die große Kehrtwende… Microsoft begründet dies mit einigen wenigen Usern, die unverhältnismäßig das Angebot ausgenutzt hätten um Video- und Kollektionen zu sichern obwohl die OneDrive Plattform eigentliche eine kollaborative Produktiv-Cloud sei und kein dumpfes Backup Medium. Hört sich komisch? Ist es auch! Eine Cloud ist eine Cloud und wenn ich unlimitierten Speicherplatz anbiete und Backups für Videos o.ä. nicht per AGB untersage, dann ist es auch auch okay, wenn „einige wenige“ ihre DVD-Kollektionen dort sichern. Es ist zumindest für einen der führenden Technologie-Konzerne dieser Welt kein Problem, den Upload zu großer Dateien oder bestimmter Dateiformate zu filtern und in den AGBs auf Limits bei der De-Limitierung hinzuweisen.

Was sind also die wahren Gründe? Nicht nur, dass das Unlimited Angebot entfällt, auch die kleinen freien Angebote werden erheblich reduziert. Hat sich Microsoft einfach nur übernommen bei der Ressourcenplanung? An einen Köder, den man vor einem Jahr den Usern bewusst vor die Nase gehalten hat um Office 365 Abonnenten zu generieren bzw. das Microsoft Ökosystem schmackhaft zu machen, mag und will ich nicht glauben. Mir war die Transparenz seitens Microsoft in den letzten 2 Jahren äußerst sympathisch und so hoffe ich, dass Microsoft in den nächsten Tagen vielleicht doch noch ein wenig Licht ins Dunkel bringt. Warum sich Microsoft letztendlich mit dem Angebot des unlimitierten Speicher selber in Bedrängnis gebracht hat und nicht direkt 1 TB angeboten hat (was immer noch ein Top-Angebot gewesen wäre), kann nur falschen strategischen Entscheidungen zugeordnet werden.

BTW: In diversen Blogs und Foren wurde heute diskutiert, dass Microsoft mit der Aussage zu den Video- und DVD-Kollektionen quasi eingestanden hat, Inhalte der OneDrive-User zu indexieren. Ich halte das für unbegründet – dafür reicht es einfach Dateigröße und -erweiterung zu checken.

UPDATE 04.11.2015
Mittlerweile gibt auf Microsofts OneDrive UserVoice eine Diskussion zum Thema und auf change.org wurde eine Petition eingereicht um die Entscheidung rückgängig zu machen. Von Microsoft gibt es bisher keine weiteren Statements zum Thema.

OneDrive
OneDrive
Entwickler: Microsoft Corporation
Preis: Kostenlos

2 Gedanken zu „Kommentar – Microsoft reduziert OneDrive Speicher

  • 4. November 2015 um 9:52
    Permalink

    Kommentar gefällt mir!

    Ich finde 1 TB völlig ausreichend. Bietet sonst auch keiner an zu diesem Preis.

    Antwort
  • 4. November 2015 um 13:30
    Permalink

    Hallo Tim,

    ich halte 1 TB auch für ausreichend und – wie oben schon geschrieben – auch für ein super Angebot. Google und Dropbox bspw. nehmen 9,99 EUR für 1 TB Speicherplatz – dazu käme(n) dann noch die Office Lizenz(en).

    Dass Microsoft die gestrige Entscheidung zur Speicherreduzierung jetzt netzweit um die Ohren gehauen wird, haben sie ganz alleine und völlig unnötig verschuldet. Schade.

    Gruß
    Andreas

    Antwort

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